Greifvögel

 

Einleitung / Vorbemerkungen

 

Greifvögel gehören zur Ordnung Accipitriformes und sind überwiegend tagaktive Vögel und schlagen mit ihren Fängen hauptsächlich lebende Beute. Einige größere Arten verzehren Aas (Geier).

 

Obwohl Eulen auch von lebender Beute leben, die sie mit ihren Fängen greifen, gehören sie nicht zur Ordnung Accipitriformes sondern bilden eine eigene Ordnung (Strigiformes). 

 

Die wesentlichen Kennzeichen sind:

 

  • kräftige, hakenförmige Schnäbel
  • Zehen mit scharfen Krallen
  • Geschlechter der adulten Vögel sehen sich ähnlich
  • Weibchen sind regelmäßig größer als die Männchen
  • ausgezeichnete Flieger
  • größere Arten segeln häufig zur Zeit der besten Thermik und lassen sich von warmen Aufwinden in die Höhe tragen. Dabei segeln sie in einem weiten Kreis spiralförmig in die Höhe

 

Unter den Begriff Greifvögel fallen 47 tagaktive Arten, die sich in drei Familien aufgliedern. Die folgende systematische Gliederung bezieht sich dabei nur auf den paläarktischen Raum. Eine globale Systematik wäre erheblich umfangreicher. 

 

Systematische Einordnung:

 

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtartige (Accipitridae)

Unterfamilie: Habichte und Sperber (Accipitrinae)

Gattungen: Habichte und Sperber (Accipiter) 

  • Sperber (Accipiter nisus)
  • Habicht (Accipiter gentilis)
  • Kurzfangsperber (Accipiter brevipes)

Unterfamilie Altweltgeier (Aegypiinae)

Gattung : Aegypius

  • Mönchsgeier (Aegypius monachus)

Gattung: Gyps

  •  Gänsegeier (Gyps fulvus)
  • Sperbergeier (Gyps rueppelli)

 

Gattung: Torgos

  •  Ohrengeier (Torgos tracheliotus)

 

Unterfamilie: Aquilinae

Gattung: Echte Adler (Aquila)

  • Steinadler (Aquila chrysaetos)
  • Kaiseradler (Aquila heliaca)
  • Iberienadler / Spanischer Kaiseradler (Aquila adalberti)
  • Schreiadler (Aquila pomarina)
  • Schelladler (Aquila clanga)
  • Zwergadler (Aquila pennata)
  • Habichtsadler (Aquila fasciata)

 

Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)

Gattung: Bussarde (Buteo)

  • Adlerbussard (Buteo rufinus)
  • Falkenbussard (Bteo buteo vulpinus)
  • Mäusebussard (Buteo buteo)
  • Rauhfußbussard (Buteo lagopus)

 

Unterfamilie: Schlangenadler (Circaetinae)

Gattung: Schlangenadler (Circaetus)

  • Schlangenadler (Circaetus gallicus)

Unterfamilie: Weihen (Circinae)

Gattung: Weihen (Circus)

  • Rohrweihe (Circus aeruginosus)
  • Kornweihe (Circus cyaneus)
  • Wiesenweihe (Circus pygargus)
  • Steppenweihe (Circus marcourus)

 

Unterfamilie: Gleitaare (Elaninae)

Gattung: Gleitaare (Elanus)

  • Gleitaar (Elanus caeruleus)

Unterfamilie: Gypaetinae

Gattung: Gypaetus

  • Bartgeier (Gypaetus barbatus)

Gattung: Neophron

  • Schmutzgeier (Neophron percnopterus)

 

Unterfamilie: Gypaetinae

Gattung: Seeadler (Haliaeetus)

  • Seeadler (Haliaeetus albicilla)

Unterfamilie: Milane (Milvinae)

Gattung: Milane (Milvus)

  • Rotmilan (Milvus milvus)
  • Schwarzmilan (Milvus migrans)

Unterfamilie: Wespenbussarde (Perninae)

Gattung: Wespenbussarde (Pernis)

  • Wespenbussard (Pernis apivorus)
  • Schopfwespenbussard (Pernis ptilorhynchus)

Familie: Pandionidae

Unterfamilie: Pandioninae

Gattung: Fischadler (Pandion)

  • Fischadler (Pandion haliaetus)

 

 

Greifvogelbeobachtung / Greifvogelbestimmung

 

Ein Problem der Greifvogelbeobachtung ist die Scheuheit der Vögel. Im Regelfall ist eine Beobachtung nur über eine größere Entfernung von ungefähr 200 m möglich In Einzeilfällen kommt man nah an die Tiere heran, das ist allerdings nur sehr selten der Fall. Auch bei einem vermeintlich größeren Abstand kann man es erleben, daß die Vögel von ihrer Warte aubfliegen, nur weil sie beobachtet werden; also auch dann, wenn der Beobachter aus dem Auto heraus beobachtet.

 

Dadurch beding, ist die Beobachtungszeit durchaus kürzer als bei anderen Arten. Ein weites Problem sind vorkommende Gefiedervariationen und ähnliche Silhouetten.

 

 

 

Worauf achten wir bei der Greifvogelbestimmung

 

Greifvogelbestimmung ist für den Anfänger nicht ganz einfach. Klar, als Beobachter willen wir Neues entdecken, wenn es geht auch Raritäten. Allerdings kommen die Greife nicht einfach zu uns geflogen und stellen sich vor. Wir müssen uns mühe geben, sie zu bestimmen.

 

Natürlich sind die farbigen Abbildungen in den Bestimmungsbüchern eine große Hilfe. Tatsächlich ist diese Methode hilfreich, aber die aktuellen Sichtbedingungen machen, unter Umständen, eine direkte Ansprache unmöglich. So kann z.B. Gegenlicht oder schräg einfallendes Seitenlicht dafür sorgen, daß wir nur eine Silhouette erkennen können. Und tatsächlich sind es vor allem die Silhoutten, die wir uns einprägen sollten. Welche Silhouetten sind wichtig?

 

Für die Greifvogelbestimmung sollten wir uns folgende Silhouetten einprägen:

  • Silhouette eines sitzenden Vogels
  • Silhouette eines Greifvogels im Segelflug, im Gleitflug oder im Sturzflug
  • Beim fliegenden Greifvogel sollten wir uns einprägen die Flügelform, die Schwanzform, die Flugform. Sind die Handschwingen im Segelflug gefächert. Rüttelt der Vogel?

 

Vor allem ist die erste Frage, die wir uns stellen müssen die eine, ob es sich bei dem Expemplar, das wir gerade sehen, tatsächlichh um einen Greifvogel oder Falken handelt. Wir müssen uns folgende Fragen beantworten:

  • In was für einem Biotop treffe ich den Greifvogel an, kann die beobachtete Art in so einem Gelände überhaupt vorkommen?
  • Passt das Verhalten des beobachteten Greifvogels zu meiner Artbestimmung?
  • Wie groß ist der Vogel? Lassen sich die Größenangaben im Bestimmungsbuch auf das beobachtete Exemplar anwenden?
  • Wie fliegt der Greifvogel; langsam oder schnell, schwerer Ruderflug, rüttelt der Vogel oder gleitet er zwischen den Flügelschlägen?

 

 

Knotenpunkte des Greifvogelzuges

 

Zu den Kontenpunkten des Greifvogelzuges zählende folgende Orte:

  • Falsterbö
  • Col d'Organbidexka / Frankreich
  • Strasse von Messina (Kalabrien / Sizilien)
  • Gibraltar
  • Bosporus
  • Burgas / Bulgarien
  • Batumi / Georgien
  • Eilat / Israel
  • Northern Valleys / Israel

 

 

Allgemeines zu Bussarden

 

Bussarde gehören zur Gattung Buteo und kommen in der Paläarktis in vier Arten vor:

 

  • Adlerbussard (Buteo rufinus)
  • Falkenbussard (Bteo buteo vulpinus)
  • Mäusebussard (Buteo buteo)
  • Rauhfußbussard (Buteo lagopus)

Mäusebussarde sind mittelgroße Greife mit breiten Flügeln. Bussarde kreisen häufig in der Mittagszeit über Feldern und Wiesen, wobei sie die Thermik ausnutzen und somit vom Aufwind in die Höhe getragen werden. Meistens zwischen 12Uhr und 14 Uhr sind vor allem Mäusebussarde in größeren Zahlen zu beobachten, wenn sie gemeinsam kreisen.

 

Ein anderes Merkmal der Bussarde, speziell der Mäusebussarde lange auf Erhöhungen wie Zaunpfählen oder Masten zu hocken und auf Beute zu warten, gelegentlich ist auch Rüttelflug zu beobachten. 

 

Beute sind häufig Kleinnager, Eidechsen oder Regenwürmer. 

 

 


 

Der Mäusebussard (Buteo buteo)

 

Was ist ein Mäusebussard?

 

Der Mäusebussard gehört zur Ordnung der Greifvögel und zur Familie der Bussardartigen (Buteoninae). In Europa zählt der Mäusebussard zu den am weitest verbreiteten Bussarden und ist auch ein häufiger Brutvogel. Der Mäusebussard gilt nicht als gefährdet.

Mäusebussard buteo buteo
Mäusebussard

 

Verbreitung des Mäusebussards

 

Der Mäusebussard ist in ganz Europa verbreitet, nur auf Island und im Norden Skandinaviens fehlt der Mäusebussard. Das Brutareal des Mäusebussards reicht über den Ural hinweg bis nach Zentralasien und erreicht dort den Westen des Aralsees. Als Jahresvogel besiedelt der Mäusebussard das europäische Festland, Großbritannien und Irland, den Süden Norwegens und Schwedens sowie die Anrainerstaaten der Ostsee, sowie bis an die Schwarzmeerküsten, mit Ausnahme der Türkei. 

 

Weitere Informationen erhaltet Ihr im Artensteckbrief Mäusebussard auf meiner Seite Der Mäusebussard

 


 

Der Fischadler

 

Was ist ein Fischadler?

 

 

Der Mäusebussard ist in ganz Europa verbreitet, nur auf Island und im Norden Skandinaviens fehlt der Mäusebussard. Das Brutareal des Mäusebussards reicht über den Ural hinweg bis nach Zentralasien und erreicht dort den Westen des Aralsees. Als Jahresvogel besiedelt der Mäusebussard das europäische Festland, Großbritannien und Irland, den Süden Norwegens und Schwedens sowie die Anrainerstaaten der Ostsee, sowie bis an die Schwarzmeerküsten, mit Ausnahme der Türkei. 

 

Fischadler
Fischadler

 

Der Lebensraum des Fischadlers

 

Der Fischadler bevorzugt als Lebensraum fischreiche klare Gewässer. Die Gewässer, die vom Fischadler genutzt werden sind Seen mit hohem Waldanteil, Flußauen und auch die Küstengebiete. Zur Zugzeit hält sich der Fischadler an allen fischreichen Gewässern auf. Der Fischadler besucht auch Fischteiche zur Nahrungsaufnahme. Für die Brut benötigt der Fischadler hohe Bäume. 

 

Weitere Informationen und den Artensteckbrief Fischadler gibt es meiner Seite Der Fischadler.

 

Fischadler Pandion haliaetus
Fischadler

Die Rohrweihe (Circus aeruginosus)

Was ist eine Rohrweihe?

Die Rohrweihe ist eine Greifvogelart, die zur Familie der Weihen gehört. Als Brutvogel ist die Rohrweihe in Mitteleuropa verbreitet. Das Verbreitungsgebiet der Rohrweihe erstreckt sich bis in die Mongolei. Die Rohrweihe bewohnt offene Landschaften mit Schilfbestand.

Was ist der Lebensraum der Rohrweihe?

 

Die Rohrweihe

 

Was ist eine Rohrweihe?

 

Die Rohrweihe ist eine Greifvogelart, die zur Familie der Weihen gehört. Als Brutvogel ist die Rohrweihe in Mitteleuropa verbreitet. Das Verbreitungsgebiet der Rohrweihe erstreckt sich bis in die Mongolei. Die Rohrweihe bewohnt offene Landschaften mit Schilfbestand.

 

Lebensraum der Rohrweihe

 

In Mitteleuropa besiedelt die Rohrweihe offene Landschaften mit Schilfbestand. Dazu zählen größere Seengebiete sowie Flusslandschaften. Entscheidend ist das Vorhandensein von Schilfrohr oder Seggenrohrbeständen in Gewässernähe. Die Rohrweihe ist auch auf Viehweiden, Wiesen und Feuchtbiotopen anzutreffen sowie auf Verlandungszonen, im Bereich von Dünen und Deichen. Entscheidend ist in allen Fällen ein Schilfgürtel in Wassernähe. So ist die Rohrweihe z.B. im Verlauf der Unterelbe im Einzugsgebiet der Deiche anzutreffen.

 

Weitere Informationen und den Artensteckbrief Rohrweihe gibt es auf meiner Seite Die Rohrweihe.