Der Mäusebussard (Buteo buteo)

Was ist ein Mäusebussard?

Der Mäusebussard gehört zur Ordnung der Greifvögel und zur Familie der Bussardartigen (Buteoninae). In Europa zählt der Mäusebussard zu den am weitest verbreiteten Bussarden und ist auch ein häufiger Brutvogel. Der Mäusebussard gilt nicht als gefährdet.

Verbreitung des Mäusebussards

Der Mäusebussard ist in ganz Europa verbreitet, nur auf Island und im Norden Skandinaviens fehlt der Mäusebussard. Das Brutareal des Mäusebussards reicht über den Ural hinweg bis nach Zentralasien und erreicht dort den Westen des Aralsees. Als Jahresvogel besiedelt der Mäusebussard das europäische Festland, Großbritannien und Irland, den Süden Norwegens und Schwedens sowie die Anrainerstaaten der Ostsee, sowie bis an die Schwarzmeerküsten, mit Ausnahme der Türkei. 

Was ist der Lebensraum des Mäusebussards?

In Mitteleuropa treffen wir den Mäusebussard im Tiefland und im Hochgebirge an. Grundsätzlich bevorzugt der Mäusebussard Waldgebiete und Waldsteppenzonen. Daneben kommt der Mäusebussard auch in der Kulturlandschaft vor, in Gebieten mit abwechselndem Waldbestand und Wiesen, Weiden und Feldern. Im Kulturland zählt der Mäusebussard zu den häufigsten Greifvögeln.

Der Mäusebussard brütet im Wald und jagd auf dem offenen Land. Im Kulturland besiedelt der Mäusebussard auch Feldgehölze, wenn die Bäume hoch genug sind. 

Im Winter sind Mäusebussarde sehr häufig außerhalb von Waldungen und Gehölzen anzutreffen, dann ist eine große Dichte an Mäusebussarden auf den Feldern und Wiesen und Weiden festzustellen.

Ist der Mäusebussard ein Zugvogel?

In weiten Teilen Europas und vor allem in Mitteleuropa ist der Mäusebussard ein Standvogel. Bei schlechten Witterungslagen und bei der Verknappung von Beutetieren, z.B. durch geschlossene Schneedecken, wird der Mäusebussard zum Strichvogel oder Kurzstreckenzieher. 

Die Brutpopulationen des Mäusebussards überwintern zwischen Südskandinavien bis in den Mittelmeerraum und bis in das tropische Afrika. Die Brutpopulationen aus Westeuropa und Mitteleuropa überwintern im südlichen Europa (bis nach Spanien und Frankreich). 

Kennzeichen des Mäusebussards

Der Mäusebussard ist ein mittelgroßer Greifvogel, mit relativ breiten Flügeln und einem kurzen Schwanz. Beim Flug sieht man den Mäusebussard im aktiven Flug mit kräftigen Flügelschlägen. Mäusebussarde gleiten, indem sie die Flügel leicht nach oben anwinkeln, dabei sind die äußeren Finger der Handschwinge immer noch leicht gefingert zeigen dabei aber nach hinten. Beim Gleiten in der Thermik fächert der Mäusebussard die äußeren Handschwingen H10 bis H6, der Stoß ist dabei auch gefächert.

Die Körperlänge des Mäusebussards liegt zwischen 48 und 56 cm, wobei das Weibchen größer ist. Die Spannweite variiert zwischen 110 und 130 cm. 

Der Flug des Mäusebussards wirkt relativ plump. Der Mäusebussard ist ein langsam fliegender Greifvogel. Bei der Jagd auf offenem Feld kann der Mäusebussard auch im Rüttelflug angetroffen werden. 

Mäusebussard buteo buteo
Mäusebussard

Mäusebussard Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt beim Mäusebussard im dritten Lebensjahr ein. Während der Brutzeit besteht beim Mäusebussard eine monogame Saisonehe. Durch die hohe Reviertreue der Mäusebussarde ist es möglich, daß sich die Partner des Vorjahres im Folgejahr wieder verpaaren. 

Wo brütet der Mäusebussard?

Mäusebussarde sind reviertreu und brüten im Folgejahr wieder im gleichen Brutrevier, wobei meistens auch die alten Horste wieder verwendet werden. 

Je nach lokalen Verhältnissen baut der Mäusebussard sein Nest auf Nadelbäumen bevorzugt jedoch auf Laubbäumen. Bei Verwendung von alten Horsten wird im neuen Brutjahr am Horst weitergearbeitet und neues Nistmaterial zugefügt. Dadurch können auch die Horste von Mäusebussarden eine erhebliche Höhe und einen großen Durchmesser erreichen. Mäusebussarde nehmen auch alte Krähennester als Grundlage für Neubauten und fügen neues Nistmaterial hinzu.

Der Unterbau des Horstes besteht beim Mäusebussard aus groben Ästen und Zweigen, die in der Umgebung aufgesammelt werden. Die Nestmulde wird mit weicherem Baumaterial ausgekleidet. Die Mäusebussarde bauen bereits bis zu 2 Monate vor Brutbeginn am Horst.

 

Mäusebussard Gelege Eier Junge

Die Brutzeit des Mäusebussards liegt zwischen März und Mitte Mai.. Der Mäusebussard zeitigt in der Regel eine Jahresbrut. Bei Verlust des Geleges sind Nachgelege möglich. 

In der Regel besteht das Gelege aus 2-3 Eiern. Die Eier sind kurzoval mit weißlicher Grundfarbe und bräunlicher Fleckung. Die Brutdauer beträgt beim Mäusebussard 32-36 Tage. Im Mittel beträgt die Brutdauer beim Mäusebussard 33 Tage. Das Weibchen legt die Eier in einem Legeabstand von 2-3 Tagen. Der Beginn der Bebrütung erfolgt beim Mäusebussard schon nach dem ersten spätestens nach Ablage des 2. Ei. 

Die Jungen schlüpfen entsprechend des Legeabstands asynchron. 

Beim Mäusebussard brütet das Weibchen in der Regel allein, es kann auch vorkommen dass Männchen und Weibchen gemeinsam brüten. Das Männchen des Mäusebussards bringt die Beute zum Horst während das Weibchen die Jungen füttert. 

Die Nestlingszeit der jungen Mäusebussarde beträgt 42-49 Tage. 

Das Ausfliegen der jungen Mäusebussarde erstreckt sich über mehrere Tage. Der Familienverband bleibt noch bis zu 11 Wochen zusammen. 

Mäusebussard Nahrung

Wovon ernährt sich der Mäusebussard? Der Mäusebussard ernährt sich hauptsächlich von tagaktiven Mäusen (Kleinnager). Die Hauptbeute des Mäusebussards sind Wühlmäuse gefolgt von Spitzmäuse, Langschwanzmäusen, Hamster, Maulwurf und Kaninchen. 

Die Ernährung von Mäusen und die Häufigkeit der einzelnen Mausarten in der Diät des Mäusebussards variiert je nach dem lokalen Angebot. Bedingt durch die relativ schwachen Fänge kann der Mäusebussard keine gesunden ausgewachsenen Kaninchen und Hasen schlagen. Bei Jungtieren gelingt dem Mäusebussard der Fang tatsächlich dadurch, dass der Mäusebussard von oben auf das Tier draufspringt und es dann totbeißt. Bei ausgewachsenen Kaninchen und Hasen handelt es sich immer entweder um kranke Tiere oder um Aas. 

Der Mäusebussard fängt auch verletzte größere Vögel wie z.B. Krähen.

Neben dem Fang von Fröschen kann als Nahrung auch große Insekten oder auf Regenwürmer in Frage kommen. 

Im Winter geht der Mäusebussard verstärkt an Aas als Nahrung wenn andere Beutetiere ausfallen.

 

Eine Zusammenfassung aller Informationen gibt es im Artensteckbrief Mäusebussard weiter unten.


Bilder Mäusebussrard

Mäusebussard Buteo buteo
Mäusebussard im Flug
Mäusebussard Butep buteo
Mäusebussard im Flug
Mäusebussard Buteo buteo
Mäusebussard
Mäusebussard Buteo buteo
Mäusebussard

Mäusebussard Buteo buteo
Mäusebussard

Steckbrief: Mäusebussard

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

Systematische Einordnung:

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtartige (Accipitridae)

Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)

Gattung: Bussarde (Buteo)

Art: Mäusebussard 

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Buteo buteo

Artname in Englisch: Common Buzzard

Artname in Französisch: Buse variable.

Vorkommen / Verbreitung:  ganz Europa bis nach Zentralasien; Ausnahmen: Island und der Norden Skandinaviens (Norwegen, Schweden, Finnland)

 

Wanderungen: Jahresvogel, vornehmlich Teilzieher; 

Überwinterung: Nordafrika, Naher Osten bis nach Indien

 

Lebensraum: Waldgebiete mit angrenzenden Wiesen und Feldern mit kurzer Vegetation, auch in der Heide oder in Feuchtgebieten.

 

Größe: 48-56 cm, Weibchen größer

Gewicht: 790 g, schwerer mit ca. 990 g, Weibchen größer und schwerer

Spannweite: 110-130 cm

Kennzeichen: keine Unterscheidungsmöglichkeit im adulten Kleid; beim Brutpaar nach Größenunterscheid, dann auch nach Zeichnung Unterscheidung möglich.

Der Wechsel in das Alterskleid erfolgt nach einem Jahr.

 

Stimme: lautes Rufen „hiääh“, sehr ruffreudig, ruft auch im Flug.

Geschlechtsreife: im zweiten Jahr

Bruten: 1 Jahresbrut

Brutzeit: März-Mitte Mai, 

Nest: auf größeren Waldbäumen. Baumart ist vom jeweiligen Baumbestand abhängig. Horst in Astgabeln, wird auch über viele Jahre hinweg genutzt, wenn die Brut nicht gestört wird. Dabei kann der Horst durchaus einen sehr großen Umfang annehmen.

Gelege: 2-3 Eier

Nachgelege: möglich bei Verlust des ersten Geleges,

Legeabstand: 2 Tage

Brutbeginn: mit Ablage des letzten Ei

Brutdauer: 30-35 Tage 

Nestlingsdauer: Nesthocker, 45-50 Tage

Flügge: 55 Tage.

 

Nahrung: überwiegend Feldmäuse, gelegentlich auch Jungvögel, auch junge Kaninchen. Der Mäusebussard jagt nicht im Sturzflug wie der Habicht, sondern greift sich Mäuse meistens dadurch, daß er auf die Beute draufspringt und diese dabei mit den Fängen schlägt.  

 

Frisst auch Aas (tote Hasen und Kanin, verendetes Schalenwild)

 

Lebensdauer: 25 Jahre

 

Feinde: Menschen, Uhu, Habicht, Krähen, Wetter, Parasiten, Nahrungsmangel

 

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Mäusebussard