Burg Linn in Krefeld - eine kurkölnische Landesburg

 

Mitten in der Stadt Krefeld, und dennoch etwas abgelegen, befindet sich ein historisches Kleinod - die ehemalige kurkölnische Landesburg Linn. Mitten im Grünen, im gleichnamigen Stadtteil Linn, liegt die Burg, die trotz ihrer Abgelegenheit, dennoch weithin sichtbar ist. Für die Autofahrer, die aus Richtung Köln kommend, auf der Autobahn A 57 in Richtung Moers fahren, ist die Burg schon von weitem sichtbar. Nicht nur ist die Burg ein beeindruckendes Bauwerk, die gesamte Anlage versetzt den Besucher in eine Zeitblase einer längst vergangenen Epoche.

 

Das war nicht immer so. Denn für fast 250 Jahre schlief die Burg einen Dornröschenschlaf und verfiel über Jahrzehnte zur Ruine. Die Hochburg, wie wir sie heute kennen, ist das Werk archäologischer Freilegung in den 1940er Jahren und der teilweise Rekonstruktion aller Schlossflügel in den 1950er Jahren. Die anfänglich nur mit Flachdächern ausgestatteten Gebäude wurden in den 1990er Jahren mit Spitzdächern versehen. Damit zählt Burg Linn am Niederrhein sowie im Rheinland zu den am besten erhaltenen Burganlagen überhaupt.

 

 

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Burg Linn - Hochburg mit Bergfried

 

Das Ausflugsziel für Krefeld und den Niederrhein

 

Wer am Wochenende oder an freien Tagen nicht weiß wohin, der ist am Niederrhein mit Burg Linn, als lokales Ausflugsziel, bestens beraten. Burg Linn steht auch nicht einfach nur so auf der freien Wiese sondern gehört zu einer Gesamtanlage. Diese Besteht aus der Burganlage, der Vorburg und dem mittelalterlichen Kern des Krefelder Ortsteils Linn, mit dem die Burg eine komplette Befestigungsanlage bildete. Eingebettet liegt das Ensemble aus mittelalterlicher Siedlung mit Vorburg und Hochburg in einer modernen Stadt und grenzt dabei an den südwestlichen Teil des grünen Gürtels der Stadt Krefeld.

 

Aus Krefeld kommend ist Burg Linn mit der Straßenbahn oder dem Bus, sowie mit dem Fahrrad oder dem Auto bequem zu erreichen. Auch für auswärtige Besucher ist die Anfahrt mit ÖPNV oder per Pkw leicht erreichbar. Allerdings sind die Parkplätze für Autofahrer eher dünn gesäht.

 

Adresse: Rheinbabenstraße 85, 47809 Krefeld

Straßenbahn Linie 044, Haltestelle "Burg Linn"

Google Maps: "Burg Linn"

 

Öffnungszeiten: Vorburg und Landschaftspark sind frei zugänglich und kostenlos

Öffungszeiten Burg Linn und Jagdschloss Linn: Dienstag - Sonntag 10:00h - 18:00h

 

Die Burg und die äußersten Mauern der alten Stadtbefestigung sind bis heute von Gräben umgeben. Diese Gräben zeigen auch den Verlauf der ehemaligen Befestigungsanlagen des Ortes Linn.

 

In der Vorburg befinden sich die Wirtschaftsgebäude der Burg sowie das Jagdschloss, welches vom Kölner Kurfürsten Clemens August I. (von Wittelsbach) 1746 in der Vorburg errichtet wurde.

 

 

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Burg Linn - Hochburg - Ansicht von Westen

 

Geschichtliches zu Burg Linn

 

Der Ursprung von Burg Linn beginnt im 12. Jahrhundert, als das Gebiet einem Edelherrengeschlecht gehörte. Wieviel Land diesen Edelherren gehörte lässt sich nicht mehr feststellen. Feststellen lässt sich allerdings die Entwicklung des Baubestandes der Burg anhand der ausgegrabenen Fundamente. So besteht die Burg im 12. Jahrhundert aus einem romanischen Wohnturm. Solche Wohntürme waren im Burgenbau üblich und hatten einerseits die Funktion der Wohnung des Edelherren und verfügten gleichzeitig auch über die Funktion der Abschreckung.

Der Wohnturm lag auf einer sogenannten Motte, einem künstlich aufgeworfenen Hügel, der von Wasser umgeben war, und nur über eine Brücke erreicht werden konnte.

Um 1300 bekommt der Wohnturm bereits eine polygonale Ringmauer, zu der sechs Ecktürme und eine doppelte Toranlage gehören (frühgotische Zeit).

Die Entwicklung der Anlage erfolgt um 1400 durch den Ausbau der alten Ringmauer zu einer zweigeschossigen Wohnburg. Damit wurde auch der alte Wohnturm innerhalb der Ringmauer abgerissen und die Keller zugeschüttet. Die doppelte Toranlage blieb dabei erhalten und wurde in die Wohnburg integriert. Durch die Nutzung der Mauerstruktur der alten Ringmauer bekamen die Aussenfassaden nur im zweiten Stock Fenster.

 

Mit dem Ausbau der Wohnburg zur Schlossanlage ungefähr um 1500 werden in die alte Ringmauer im Untergeschoss Fensteröffnungen eingebaut. Durch diese  Maßnahme wurde der Bau einer neuen Ringmauer notwendig. Diese neue Ringmauer, mit Bastionen und Schießscharten, entstand wahrscheinlich um 1475; die neue Ringmauer erhält an der Rückseite der Schlossanlage eine zweite Toranlage mit Zugbrücke.

 

Der Ausbau der Burg zur Festung und die Verbindung der Burg mit der Stadt Linn erfolgt um 1600. Dadurch bekommt die gesamte Anlage eine Erdwallanlage mit fünf Bastionen.

 

Durch die Einwirkungen des pfälzischen Erbfolgekrieges wird Burg Linn von französischen Besatzungstruppen besetzt. Bei deren Abzug wurde die Burg in Brand gesetzt, allerdings blieben Reste der Anlage erhalten. Der damalige Kurfürst Clemens Joseph und sein Nachfolger Clemens August unternahmen zwar Versuche, die Burg wieder aufzubauen, zu einer Restaurierung als kurkölnische Landesburg kam es jedoch nie. Man sollte auch bedenken, daß Clemens August, als baufreudiger Kurfürst, ohnehin immer knapp bei Kasse war, und Restaurierung einer Festungsanlage, nicht unbedingt zu seinen Lieblingsprojekten gehörte. Clemens August war ein Mäzen der Kunst und Liebhaber der schönen Dinge und der Jagd. Wenig Wunder, dass dann in 1746 in der Vorburg nur ein Jagdschloss errichtet wurde.

 

Ähnlich Burg Linn wurden weitere kurkölnische Landesburgen durch französische Truppen gebrandschatzt, wie z.B. die kölnische Landesburg Brühl. Auf den Fundamenten dieser Burgruine entstand Schloss Augustusburg in Brühl. Burg Linn versank für 250 Jahre in den Dornröschenschlaf einer Ruine.

 

 

 

 

Wem gehörte Burg Linn - Eine Burg in der Geschichte

 

Die ersten Eigentümer und Erbauer des Wohnturmes von Burg Linn waren die Freiherren von Linn.

 

Urkundlich erwähnt wird überhaupt erst ein gewisser Otto von Linn, der seinen Flecken vor 1188 an den Kölner Erzbischof, Philip I. von Heinsberg, verkaufte, um es danach als Lehen zurückzuerhalten. Der Kölner Erzbischof erweiteterte damit seinen Einflußbereich und die Linner Freiherren, besserten auf einfache Weise ihre maroden Kassen auf.

 

Mit dem Aussterben des Mannestammes der Linner Freiherren im Jahre 1264, wurde das Lehen an den Grafen von Kleve vergeben. Das ging solange gut, bis der, von Mechthild von Kleve eigngesetzte, Amtmann von Burg Linn aus sein Unwesen als Raubritter tätigte. Das endete mit der Belagerung durch klever und kölner Truppen im  Jahr 1388. Danach wurde Burg Linn als kurkölnisches Amt geführt und gehörte zum Kurfürstentum Köln bis zum Einmarsch napoleonischer Truppen in 1804.

 

Die Burg selbst wurde von französischen Truppen, während des pfälzisches Erbfolgekrieges, gebrandschatzt und blieb danach als Ruine bestehen.

 

1806 erwarb die Krefelder Fabrikantenfamilie de Greiff die Burganlage und bewohnte auch das Jagdschloss. Im Jahre 1926 verkauften die Erben der Familie de Greiff die gesamte Liegenschaft an die Stadt Krefeld, in deren Besitz die Burg bis heute ist.

 

 

 

 

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Burg Linn - Die Toranlage der Vorburg von innen

 

Burg Linn - Die Vorburg

 

Der Torturm der Vorburg verbindet die Schlossanlage der Burg Linn direkt mit dem alten Orstkern von Linn. Die steinerne Brücke, die den Graben der Vorburg überwindet markiert auch das Ende der Albert-Steeger-Straße, die am Andreasmarkt, im Zentrum von Linn, ihren Anfang nimmt. Außerdem verläuft die Albert-Steeger-Straße in Nord-Süd-Richtung zwischen der Rheinbabenstraßen und der Margaretenstraße. Benannt ist die Straße nach dem großen Krefelder Heimatforscher Dr. Albert Steeger.

 

Zwischen dem Andreasmarkt und dem Torturm der Linner Vorburg verläuft die Albert-Steeger-Straße als gepflasterte Straße zwischen Mauern, Einlässe gewähren den Zugang zu Traditionsgaststätten.

 

Die Vorburg selbst ist die Wiederherstellung des Originals aus dem frühen 18. Jahrhundert und zeigt die Vorburg mit ihren Gebäuden, wie sie bis zur Brandschatzung in den Jahren 17014 und 1704 ausgesehen hat. Dazu kommen die Neubauten, die durch den Kölnischen Kurfürsten Clemens August I. in der Vorburg errichtet wurden, darunter das Jagdschloss Linn.

 

Die Form der Vorburg ist die eines unförmigen Vielecks. Der Zweck von Vorburgen war vornehmlich, die Hochburg  bzw. das Schloss zu schützen. Die Vorburg besteht aus einer Ziegelmauer mit einem Eckturm und dem Torturm, der das größte und wichtigste Bauwerk dieser Wehranlage ist. Es wird angenommen, daß auch die Enden der Umfassungsmauer, also dort wo sie an den Graben der Hochburg grenzen, mit einem Eckturm bewehrt waren. Heute stehen an dieser Stelle die Zehntscheune und das Jagschloss.

 

Auch wenn die großen Gebäude innerhalb der Vorburg rosafarben / gelblich angestrichen sind, so ist doch nicht alles original barocker Stil. So wurde z.B. die Zehntscheune im 19. Jahrhundert umgebaut und erhielt erst zu diesem Zeitpunkt eine Tordurchfahrt.

 

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Burg Linn - Torturm der Vorburg
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Burg Linn - Torturm Vorburg

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Burg Linn - Toranlage Vorburg
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Burg Linn - Toranlage Vorburg
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Burg Linn - Toranlage Vorburg - Torbogen mit Fallgitter
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Burg Linn - Toranlage Vorburg
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Burg Linn - Toranlage Vorburg
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Burg Linn - Toranlage Vorburg

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Burg Linn - Toranlage der Vorburg - Innenansicht
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Burg Linn- Vorburg - Die Zehntscheune
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Burg Linn - Zehntscheune
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Burg Linn - Zehntscheune
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Burg Linn - Zehntscheune - Rückseite

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Burg Linn - Vorburg mit der Zehntscheune

 

 

Gegenüber der Zehntscheune liegt das Herrenhaus, auch als Jagdschloss Linn bekannt. Der erste Anblick des Gebäudes vermittelt dem Betrachter auch sofort den Zweck, wofür das Gebäude einst errichtet wurde.

 

Nachdem der Wiederaufbau der Schlossanlage von Burg Linn vom Kölner Kurfürsten Clemens August I. letztlich aufgegeben wurde, entschloss er sich dennoch, in der Vorburg ein Jagdschloss zu errichten. Bekanntermaßen war Clemens August kein Machtpolitiker im strengen Sinne, sondern eher der kunstsinnige Freigeist, der seine Hauptaufgabe darin sah, sich den schönen Dingen des Lebens zu widemen. Politische Fragen überließ er eher seinen Beratern. Seinen kirchlichen Ämtern als Bischof von Köln, sowie von vier weiteren Diezösen, widmete er sich. Seine zweite Hauptleidenschaft, sehr wohl nach der Kunst, war die Jagd. So war er als begeisterter Falkner bekannt. Wenig Wunder, daß anstatt der Wiederherstellung der Festungsanlage ein Jagdschloss die probateste Wahl für eine weitere Nutzung war.

 

Auch das Jagdschloss ist äußerlich nicht im originalen Zustand erhalten, sondern wurde im 19. Jahrhundert ebenfalls einem Umbau unterworfen, wobei an der Frontfassade zwei Risalite mit Spitzbogenblenden im Mittelbereich eingefügt wurden.

 

 

 

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Burg Linn - Jagdschloss Linn - Hauptfassade
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Burg Linn - Jagdschloss Linn - Rückseite
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Burg Linn - Vorburg - Jagdschloss Linn

 

Burg Linn - Die Hochburg

 

Die Hauptburg bzw. die Hochburg ist im großen und ganzen das Werk einer Rekonstruktion, die ab 1926 ihren Anfang nahm. In diesem Jahr wurden Vorburg und Burg von der Stadt Krefeld aufgekauft. Für die, damals als Ruine darniederligende Hochburg, war das die finale Rettung. Die Initiative für den Wiederaufbau ging vom damaligen Oberbürgermeister der Stadt Krefeld Dr. Johansen aus, der für seine Pläne die Unterstützung des Rates der Stadt Krefeld hatte. Mit dem Erwerb der Liegenschaft wurde in der Folge das Gelände aufgräumt, und die vom Verfall bedrohte Ruine gesichert.

 

Die Restaurierung von Hochburg und Vorburg beginnen allerdings erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Burg, wie wir sie heute kennen, ist größtenteils das Werk der Restaurierung in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. In den 1970 Jahren fehlte der Burg noch die Bedachung. Ein neues Dach für die Schlossflügel und den Bergfried erfolgte erst in den 1980er Jahren und zeigt die Burg seitdem, wie wir sie alle kennen.

 

 

 

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Burg Linn - Hochburg mit Toranlage und Holzbrücke
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Burg Linn - Hauptburg mit Toranlage und Holzbrücke
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Burg Linn - Hochburg
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Burg Linn - Im Inneren der Hochburg

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Burg Linn - Hochburg